Faire Einkommen in Baumkulturen

Rückblick und Ausblick für das Projekt ‚Faire Einkommen in Baumkulturen’ in Westafrika beim Arbeitstreffen in Bonn.

 

Zu einem Arbeitstreffen kamen die Mitglieder des Projekts ‚Faire Einkommen in Baumkulturen‘ Anfang Oktober in Bonn zusammen. Vertreterinnen von Fairtrade, REWE Group und INA blickten auf die Erfolge des gemeinsamen Projekts, das im Herbst 2019 gestartet ist. Hauptanliegen ist es, kleinbäuerliche Betriebe am Anfang der Lieferkette zu unterstützen, damit sie existenzsichernde Einkommen erzielen können. Wesentliche Rohstoffe hierfür sind Kakao und Cashew, die in Westafrika angebaut werden. Zehn Kakao- und Cashew-Kooperativen in Ghana und in der Côte d’Ivoire sollen wirtschaftlich unabhängig werden und aus den Einnahmen ihrer Landwirtschaft ein existenzsicherndes Einkommen für ihre Mitglieder erzielen. Neben Geldzahlungen an die Kooperativen stehen neue Geschäftsmodelle im Fokus des Projekts, bei dem es unter anderem Fortbildungen für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sowie die Analyse der bisherigen Geschäftspraktiken gibt. Nicht zuletzt werden die Rohstoffe des Projekts zu Tafelschokoladen verarbeitet, die voraussichtlich im Laufe des Jahres 2021 bei REWE und PENNY erhältlich sein werden.

 

Für das Projekt wurden bisher sechs Versuchsfelder eingerichtet. 134 Kakaobauern waren an den nachfolgenden Feldtrainings beteiligt. Zahlreiche Schulungen für Kleinbauern und Kleinbäuerinnen haben stattgefunden, unter anderem zum Ausbau der Kenntnisse in Buchhaltung und Buchführung. An Bauerngruppen innerhalb der sechs Projektgemeinden, die an den Schulungen zur Bienenzucht beteiligt waren, wurden Bienenzuchtausrüstungen verteilt.

 

Insbesondere in der Zeit der Corona-Pandemie bewährte sich die enge Zusammenarbeit der Projektbeteiligten. Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Pandemie bestanden aus der Verteilung von Seife und Desinfektionsmitteln sowie Behältnissen für Wasser an die Kooperativen. Dank dieser Maßnahmen konnten Aktivitäten wie Schulungen und Treffen wieder aufgenommen werden. Die Schutzartikel tragen nicht nur zu der Minimierung des Ansteckungsrisikos bei, sondern geben den Mitgliedern der Kooperative auch ein Gefühl der Sicherheit, denn die Angst vor sozialer Ausgrenzung im Falle einer Erkrankung ist groß.

Das ghanaische Landwirtschaftsministerium trug als lokaler politischer Partner Sorge für den Transport und die notwendigen Papiere für die zu verarbeitenden Kakaobohnen.

 

In die Zukunft blicken die Projektpartner positiv: In Ghana und der Côte d’Ivoire nehmen die Mitglieder der beteiligten Kooperativen die Schulungen sehr gut an. Ein Ziel für die kommenden Monate ist die Skalierung der Rohstoffmenge. Damit einher geht die Offenheit für weitere Projektpartner aus Industrie und Handel, die ebenfalls zu existenzsichernden Einkommen für Kleinbauernfamilien beitragen möchten.

 

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