Das macht die INA aus

Die Ziele der Initiative

Die Initiative für nachhaltige Agrarlieferketten (INA) ist ein Zusammenschluss von Akteuren aus Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik.

Gemeinsam wollen wir mehr Nachhaltigkeit in globalen Agrarlieferketten erreichen und die Lebensbedingungen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern verbessern, denn:

 

„Wer Nahrung sät, soll eine bessere Welt ernten.“

Die Arbeit der Initiative

Die INA arbeitet unabhängig von einzelnen Rohstoffen. Sie setzt auf die Entwicklung nachhaltiger Regionen, in denen ein rohstoffübergreifender Ansatz zum Tragen kommt.

 

Im Fokus unserer Arbeit stehen: 

Entwaldungsfreie Lieferketten

Wälder bedecken ein Drittel der Erdoberfläche, sind Lebensraum für viele der bekannten Tier- und Pflanzenarten und wichtige Klimaschützer. Außerdem sind sie Lebensgrundlage für mehr als 1,6 Milliarden Menschen.

Doch die Wälder sind bedroht. Alle vier Sekunden verschwindet Wald in der Größe eines Fußballfeldes. Etwa die Hälfte der globalen Waldvernichtung betrifft die tropischen Wälder am Äquator, einer der wichtigsten Anbauzonen für Agrarrohstoffe wie Palmöl, Soja, Kautschuk, Kaffee und Kakao.

Die weitweite Rodung geht oft auf große Unternehmen und deren Plantagen zurück. Auf Grund der desaströsen Einkommenssituation, geringer Produktivität und Ernteausfällen in Folge klimatischer Veränderungen sind jedoch auch viele Kleinbauernfamilien gezwungen, ihre Anbauflächen auszuweiten und roden dafür wertvollen Wald.

Existenzsichernde Einkommen

In vielen Ländern der Welt können Kleinbauernfamilien von ihrer harten Arbeit auf dem Feld nicht leben. Die Einkommen aus der Landwirtschaft sind meist so gering, dass viele Familien weder in ihre Betriebe noch in Bildung oder eine gesunde Ernährung investieren können. Nur durch existenzsichernde Einkommen können extreme Armut und resultierende Kinderarbeit langfristig bekämpft werden. Höhere Einkommen tragen auch dazu bei, die Attraktivität der Landwirtschaft als Beschäftigungssektor für zukünftige Generationen zu steigern und so die zukünftige Rohstoffversorgung zu sichern.

Daher setzt sich die INA dafür ein, existenzsichernde Einkommen entlang globaler Lieferketten zu realisieren. Denn nur ein existenzsicherndes Einkommen ist ein faires Einkommen.

Zudem betrachtet die Initiative digitale Lösungen für die Unterstützung von Produzentinnen und Produzenten sowie für mehr Transparenz in der Lieferkette und dient als Informationsplattform.

Die INA versteht sich als offene Plattform und Experimentierfeld. Unsere etwa 70 Akteure finden in der INA die Rahmenbedingungen, um gemeinsam mit Gleichgesinnten aktiv zu werden. 

Expertise zu Agrarrohstoffen

Die INA vertritt einen rohstoffübergreifenden Ansatz. Als Teil des Programms Nachhaltige Lieferketten und Standards der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) arbeitet sie eng mit Kolleginnen und Kollegen zusammen, die über langjährige Expertise zu einzelnen Rohstoffen verfügen. Auch durch den engen Austausch mit rohstoffspezifischen Multi-Akteurs-Partnerschaften, schafft die INA Synergien, um Entwaldung und niedrige Löhne und Einkommen effektiv zu bekämpfen.

Die Ausgangssituation

Mehr als 400 Millionen Menschen leben vom Anbau von Agrarrohstoffen wie Kaffee, Kakao, Bananen, Palmöl oder Baumwolle. Der Anbau dieser Rohwaren erfolgt zumeist in kleinbäuerlichen Strukturen

Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sind somit die Basis für eine gesicherte, nachhaltige Versorgung der Weltbevölkerung mit Nahrungsmitteln. Allerdings sind Armut, Kinderarbeit, Umweltprobleme und veraltete Anbaumethoden nach wie vor große Herausforderungen beim Anbau von Agrarrohstoffen.

In den letzten Jahren wurden verschiedene rohstoffspezifische Multi-Akteurs-Partnerschaften (MAP) gegründet, um Agrarlieferketten nachhaltiger zu gestalten. Zahlreiche Unternehmen sind Mitglieder der relevanten MAP-Plattformen und investieren darüber hinaus in eigene Nachhaltigkeitsprogramme. Auch die Zertifizierung durch freiwillige Nachhaltigkeitsstandards leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von nachhaltigen Agrarlieferketten. 

Dennoch sind niedrige Löhne und Einkommen sowie Entwaldung weiterhin ein Problem. Ein gemeinsamer Ansatz aller Akteure, über die Grenzen der jeweiligen Lieferketten hinweg, verspricht mehr Wirkung.

10 Argumente für die INA

Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen

Die INA trägt mit ihrer Arbeit zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bei. Insbesondere zu:

Armut in allen ihren Formen und überall beenden

 

Ca. 11 % der Weltbevölkerung lebt in extremer Armut. Im Jahr 2015 waren es etwa 836 Millionen Menschen. Sie mussten mit weniger als 1,25 US-Dollar pro Tag auskommen. Die Weltgemeinschaft hat es sich zum Ziel gesetzt, die extreme Armut bis 2030 komplett zu beenden.

Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern

Noch immer hungern 795 Millionen Menschen, zwei Milliarden Menschen sind mangelernährt. Hunger ist nicht nur das größte Gesundheitsrisiko, sondern auch eines der größten Entwicklungshemmnisse. Er trägt zu Flucht und Vertreibung bei, fördert Perspektivlosigkeit und Gewalt.

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

 

Das Wirtschaftswachstum vergangener Jahrzehnte ist auf Kosten natürlicher Ressourcen und des Weltklimas erfolgt und längst an ökologische Grenzen gestoßen. Es bräuchte mehrere Planeten Erde, wenn alle Menschen ein Leben ermöglicht würde, wie es heute in Deutschland selbstverständlich ist.

Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen

 

Die Menschheit lebt seit langem über ihre ökologischen Verhältnisse. Dies gilt in besonderem Maße für die Industrieländer und die wachsenden ober- und Mittelschichten in vielen Schwellenländern.

Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern

 

Der Verlust der biologischen Vielfalt nimmt zu, dabei ist sie Grundlage unseres Lebens – und diese wird gerade im rasanten Tempo zerstört. Schätzungen zufolge haben sich 60 Prozent der weltweiten Ökosysteme verschlechtert oder werden nicht nachhaltig genutzt.

Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung mit neuem Leben erfüllen

 

Die 17 Ziele können nur durch eine starke globale Partnerschaft erreicht werden. Regierungen, die Zivilgesellschaft und Unternehmen müssen gemeinsam an ihrer Umsetzung arbeiten. „Niemanden zurücklassen“, ist das Oberprinzip der Agenda 2030. Die UN-Mitgliedstaaten haben sich darauf verpflichtet, diejenigen zuerst zu erreichen, die am weitesten zurückliegen.