• Ankündigung
17. Januar 2023

Im Jahr 2022 hat die Arbeitsgruppe des deutschen Einzelhandels, koordiniert durch die INA, erste Meilensteine auf dem Weg zu existenzsichernden Löhnen im Bananensektor erzielt. Eine erste Zusammenfassung ist hier zu finden, genauere Informationen und Updates zu den einzelnen Aktivitäten und Lernerfahrungen folgen auf der INA Webseite:  

Statt auf Einzellösungen zu setzen, steht die vorwettbewerbliche Zusammenarbeit an einem gemeinsamen Ansatz im Fokus der AG. So können systemische und breitenwirksame Veränderungen erreicht werden und die Situation für die Produzent*innen verbessert werden.  

Die AG-Mitglieder ALDI Nord, ALDI SÜD, Kaufland, REWE Group und dm-drogerie markt verfolgen weiterhin diesen gemeinsamen und ganzheitlichen Ansatz, da somit existenzsichernde Löhne im Sektor am wirksamsten und nachhaltigsten verankert werden können. Dieser Ansatz schließt u.a. eine enge Einbindung sowie Unterstützung von Lieferanten und Produzenten in alle Umsetzungsschritte ein. Zudem stehen nicht nur die Einkaufspraktiken der Einzelhändler im Fokus, sondern auch die Stärkung von Arbeitnehmervertretungen und die Pilotierung von Maßnahmen, um neben dem Lohnniveau auch insgesamt Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeitenden zu verbessern.  

Im Rahmen der Implementierung des Projekts ist spürbar, dass sich alle Beteiligten gemeinsam in einem Lernprozess befinden, da die praktische und skalierbare Umsetzung existenzsichernder Löhne Herausforderungen birgt, die nur im gegenseitigen Austausch mit allen Partnern gelöst werden können. Zum Beispiel bedarf es rechtlicher Orientierungshilfen für Produzenten zu Auszahlungsoptionen des Living Wage Differentials an die Arbeitenden. Die Einzelhändler haben sich dafür ausgesprochen, für Plantagen, die noch eine Lücke zum existenzsichernden Lohn aufweisen, anteilig ihrer Bezugsmengen einen Kostenaufschlag zu zahlen, ein sogenanntes Living Wage Differential. Dieses reduziert die Lohnlücken. Durch den gemeinsam vereinheitlichten Ansatz reduziert sich gleichzeitig auch die Komplexität, Aufwand und Kosten für Produzent*innen, die keine unterschiedlichen Anforderungen aus den Lieferketten oder Duplikationen bei Verifizierungsaktivitäten erhalten.  

Diese ersten Erfahrungen in der Projektumsetzung zeigen: Die Verwirklichung existenzsichernder Löhne kann kein Wettlauf sein, da dieser eher Druck auf Produzenten und andere Lieferkettenpartner ausübt, statt einen partizipativen Lernprozess mit allen Beteiligten zu unterstützen.  

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert die Initiative und betrachtet sie als wegweisend. Das BMZ begrüßt, dass ALDI Nord, ALDI SÜD, dm-drogerie markt, Kaufland und REWE Group weiterhin gemeinsam für nachhaltige Lösungen im Ursprung zusammenarbeiten. Eine solch enge Kooperation verlangt von allen Beteiligten ein hohes Maß an Vertrauen ab – gerade im starken Wettbewerbsgefüge des deutschen Einzelhandels. Das BMZ zeigt großes Vertrauen, dass sich der Ansatz einer vorwettbewerblichen Kooperation auch in Zukunft bewährt. Denn langfristig werden wirksame und skalierbare Lösungen erarbeitet, die nicht nur Veränderungen im Bananensektor erzielen, sondern auch auf andere Rohstofflieferketten übertragen werden sollen. Ein zweites Projekt der Arbeitsgruppe ist in Planung. 

 

Wenden Sie sich bei Rückfragen gerne an:  

Nina Kuppetz  
nina.kuppetz@giz.de