• Ankündigung
20. Dezember 2023

Die Tageszeitung taz veröffentlichte Anfang Dezember 2023 eine Sonderbeilage mit dem Titel „Ausbeutung im Kaffeehandel – Veränderung in Sicht?". Die Sonderbeilage ist Teil der Kampagne „Fairer Kaffee für alle – Fairer Kaffee jetzt“, mit der sich die Nichtregierungsorganisation Agrarkoordination / Forum für internationale Agrarpolitik e.V. für die faire Gestaltung des Kaffeehandels einsetzt. Darin enthalten ist auch ein Interview mit Katharina Koufen, Sprecherin des Bundesentwicklungsministeriums zu notwendigen Maßnahmen in diesem Zusammenhang. So unterstützt Koufen unter anderem die Idee einer "Befreiung von der Kaffeesteuer für nachhaltig produzierten und fair gehandelten Kaffee".

Kaffee ist die ökonomische Lebensgrundlage für 12,5 Mio. bäuerliche Haushalte in über 50 Ländern rund um den Äquator. Doch Millionen von Kleinbäuerinnen und -bauern können mit ihren Einnahmen kein existenzsicherndes Einkommen erzielen. Der Großteil der Wertschöpfung entfällt dabei auf Konsumländer wie Deutschland, während nur etwa 10% in den Anbauländern verbleiben. Als zweitgrößtem Importeur von Rohkaffee weltweit kommt Deutschland damit eine besondere Verantwortung zu. 

Die Sonderbeilage thematisiert die ungleiche Verteilung der Wertschöpfung in Kaffeelieferketten, zu niedrige Einkommen und Löhne für eine Existenzsicherung in Herkunftsländern sowie Menschrechtsverletzungen und Kinderarbeit im Kaffeeanbau. Agrarkoordination verweist auf die Verantwortung von Unternehmen, Politik und Konsument*innen, um faire Kaffeelieferketten und existenzsichernde Einkommen sowie Löhne für Produzierende und Saisonarbeitende zu realisieren. Politische Rahmenbedingungen wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz werden beleuchtet, während gleichzeitig faire Einkaufspraktiken sowie politische Voraussetzungen für faire Kaffeelieferketten diskutiert werden.

Das Interview mit BMZ-Pressesprecherin Katharina Koufen bietet Einblicke in den Standpunkt und das Engagement des BMZ für faire Kaffeelieferketten. Koufen erklärt, dass europäische Richtlinien und nationale Gesetze wie das Agrarorganisationen-und-Lieferketten-Gesetz Voraussetzung für die Einhaltung der Sorgfaltspflichten durch Unternehmen sind. Um entsprechende Wirksamkeit zu erzielen, sind allerdings weitere flankierende Maßnahmen notwendig, welchevom BMZ gefördert werden. Zur Schließung der Lücke zwischen aktuellem und existenzsicherndem Einkommen setzt sich das BMZ für die Befreiung von der Kaffeesteuer für nachhaltig produzierten und fair gehandelten Kaffee ein. Hierdurch soll eine preissenkende und damit konsumsteigernde Wirkung für fair gehandelten Kaffee erzielt werden. Zur Erreichung dieses Ziels weist Koufen auf die Notwendigkeit für definierte Standards und Kontrollsysteme in der Kaffeeproduktion als Voraussetzung für eine Steuerbefreiung hin. Auch müsse garantiert werden, dass die Steuerersparnis an die Menschen in den Herkunftsländern weitergegeben wird.

Darüber hinaus unterstützt das BMZ verschiedene Akteure wie die Internationale Kaffeeorganisation (ICO) in ihrer Arbeit zur Realisierung existenzsichernder Einkommen und Löhne. Um zu einer gerechteren Verteilung der Wertschöpfung entlang der Kaffeelieferkette beizutragen, werden dazu verschiedene Pilotprojekte zur Wertschöpfung für Kleinbäuerinnen und -bauern in Produktionsländern wie Kenia, Äthiopien und Indonesien gefördert.

 

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