Existenzsichernde Einkommen

Arbeiten für einen angemessenen Lebensstandard

In vielen Ländern der Welt können Kleinbauernfamilien von ihrer harten Arbeit auf dem Feld nicht leben. Die Einkommen aus der Landwirtschaft sind meist so gering, dass viele Familien weder in ihre Betriebe noch in Bildung oder eine gesunde Ernährung investieren können. Nur durch existenzsichernde Einkommen können extreme Armut und resultierende Kinderarbeit langfristig bekämpft werden. Höhere Einkommen tragen auch dazu bei, die Attraktivität der Landwirtschaft als Beschäftigungssektor für zukünftige Generationen zu steigern und so die zukünftige Rohstoffversorgung zu sichern.

 

Daher setzt sich die INA dafür ein, existenzsichernde Einkommen entlang globaler Lieferketten zu realisieren. Denn nur ein existenzsicherndes Einkommen ist ein faires Einkommen.

Ein existenzsicherndes Einkommen ist das

„Nettojahreseinkommen eines Haushalts, das unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen an einem bestimmten Ort verdient wird, […] ausreicht, um allen Mitgliedern des Haushaltes einen angemessenen Lebensstandard zu ermöglichen. Aspekte, die bei der Berechnung eines existenzsichernden Einkommens einbezogen werden sind: Nahrung, Wasser, Wohnen, Bildung, Gesundheitsversorgung, Transport, Kleidung und andere wesentliche Bedürfnisse, einschließlich Vorkehrungen für unerwartete Ereignisse.“

 

Mit dieser Definition gibt die Living Income Community of Practice ein klares Ziel vor, an dem die INA aktiv mitarbeitet.

 

Die Living Income Community of Practice ist eine internationale Arbeitsgruppe mit mehr als 300 Mitgliedern aus dem privaten und öffentlichen Sektor sowie aus Zivilgesellschaft, standardsetzenden Organisationen, Wissenschaft und Beratungsdienstleistern. Übergeordnetes Ziel der Arbeitsgruppe ist es, die Umsetzung existenzsichernder Einkommen in globalen Agrarlieferketten zu fördern.

Wie Unternehmen und Regierungen aktiv werden können

Die Rohstoffpreise für Agrarprodukte wie Kakao oder Kaffee sind häufig so niedrig, dass Kleinbauernfamilien teilweise nicht einmal ihre Produktionskosten decken können. Oftmals gibt es keine direkte und langfristige Beziehung zu den Produzentinnen und Produzenten, sondern lange und intransparente Lieferketten, die kaum nachvollziehbar sind.  Um die Situation der Kleinbauernfamilie am Anfang der Lieferkette zu verbessern und das Angebot an Rohstoffen nachhaltig zu sichern, müssen Unternehmen und Regierungen die Produktionsbedingungen vor Ort kennen und unterstützende Maßnahmen für gute landwirtschaftliche Praktiken und verbesserte Arbeitsbedingungen einführen. Unternehmen können zudem ihre Einkaufspolitik verantwortungsvoll gestalten, indem sie langfristige Verträge mit den Produzenten, faire Zahlungsbedingungen und vor allem faire Preise in ihren Beschaffungspraktiken verankern.

 

Die INA unterstützt Unternehmen, diesen Ansatz ernsthaft zu verfolgen.