Entwaldungsfreie Lieferketten

Wälder bedecken ein Drittel der Erdoberfläche, sind Lebensraum für viele der bekannten Tier- und Pflanzenarten und wichtige Klimaschützer. Außerdem sind sie Lebensgrundlage für mehr als 1,6 Milliarden Menschen.

 

Doch die Wälder sind bedroht. Alle vier Sekunden verschwindet Wald in der Größe eines Fußballfeldes. Etwa die Hälfte der globalen Waldvernichtung betrifft die tropischen Wälder am Äquator, einer der wichtigsten Anbauzonen für Agrarrohstoffe wie Palmöl, Soja, Kautschuk, Kaffee und Kakao.

 

Die weitweite Rodung geht oft auf große Unternehmen und deren Plantagen zurück. Auf Grund der desaströsen Einkommenssituation, geringer Produktivität und Ernteausfällen in Folge klimatischer Veränderungen sind jedoch auch viele Kleinbauernfamilien gezwungen, ihre Anbauflächen auszuweiten und roden dafür wertvollen Wald.

Auswirkungen auf das Klima

Die Waldvernichtung wirkt sich direkt auf den Klimawandel aus. Durch Rodungen, Brandrodungen und Trockenlegungen der Wälder gelangen große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre. Insgesamt macht die Waldzerstörung etwa 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen aus, die für die globale Erwärmung verantwortlich sind.

 

Die INA will dazu beitragen, Waldvernichtung zu stoppen, die Ökosysteme zu erhalten und unser Klima zu schützen. Ein Weg dazu sind entwaldungsfreie Lieferketten.

Entwaldungsfreie Lieferketten stellen sicher, dass für den Anbau der Agrarrohstoffe keine Waldökosysteme zerstört werden. Durch Waldschutzgesetze, internationale Standards, ein Rückverfolgbarkeitssystem und Monitoring-Systeme, gibt es bereits Rahmenbedingungen, um die Lieferkette entwaldungsfrei zu gestalten.

Maßnahme gegen die Waldvernichtung: entwaldungsfreie Lieferketten

Entwaldungsfreie Lieferketten schützen die Wälder in den Produktionsländern. Sie wirken aber nur dann, wenn Regierungen, Unternehmen, Produzenten und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten.

  • Regierungen und Unternehmen müssen in Produzenten- und Konsumentenländern enger zusammenarbeiten.
  • Regierungen müssen privatwirtschaftliches Engagement durch politische und gesetzliche Rahmenbedingungen unterstützen.
  • Der Naturschutz muss in die staatliche Landnutzungsplanung der Produzentenländer integriert werden.
  • Nachhaltigkeitsstandards dürfen nicht nur den einzelnen Betrieb im Auge haben, sondern müssen in Zukunft für ganze Regionen oder Produktionslandschaften verpflichtend sein. Kleinbäuerliche Betriebe brauchen besondere Unterstützung für eine nachhaltige Intensivierung des landwirtschaftlichen Anbaus.
  • Wenn Lieferketten entwaldungsfrei gestaltet werden, können sie auch einen Beitrag zu anderen Aspekten leisten. So sollten auch Menschen-, Arbeits- und Landrechte sowie Ernährungssicherung und faire Einkommen berücksichtigt werden.