Initiative for Climate Smart Supply Chains

Die Initiative for Climate Smart Supply Chains (I4C) ist ein Förderprogramm, welches innovative Projekte von Multi-Akteurs-Konsortien unter Beteiligung des Privatsektors zum Thema klima-smarte Lieferketten unterstützt. Die I4C bringt dafür verschiedene Akteure entlang der Lieferkette für ausgewählte Agrarrohstoffe zusammen. Deren Kooperationsprojekte fördert I4C in Partnerländern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) um den Folgen des Klimawandels entgegen zu wirken und die Umwelt zu schützen. Das Ziel der I4C besteht darin, globale Agrarlieferketten klima-freundlicher und resilienter zu gestalten.

Bei einem Call for Proposals konnten sich Konsortien im Jahr 2022 mit ihren Projektvorschlägen um Förderung bewerben. Aktuell werden folgende Projekte umgesetzt:  

Die Initiative for Climate Smart Supply Chains wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durch das Globalvorhaben "Nachhaltigkeit und Wertschöpfung in Agarlieferketten" der GIZ umgesetzt. Die Laufzeit des Globalvorhabens endet aktuell 2028. 

Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie uns gerne: florian.reil(at)giz.de

Hintergrund

Durch extreme Temperaturen und erratische Niederschläge beeinflusst der Klimawandel die Landwirtschaft immer stärker: Sich verändernde Wachstumsperioden, geringere Ernten, mehr Schädlinge und Pflanzenkrankheiten. Besonders Kleinbäuerinnen und -bauern und ihre Familien im Globalen Süden, deren Lebensunterhalt von den Ernteerträgen abhängt, stehen dadurch vor existenziellen Herausforderungen.

Gleichzeitig sind landwirtschaftliche Lieferketten, besonders in der Rohstoffproduktion, eine Hauptursache für den Klimawandel: In etwa ein Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen stammen aus der Lebensmittelindustrie und der Landwirtschaft. Nicht nachhaltige landwirtschaftliche Methoden oder die Abholzung von Wäldern spielen dabei eine zentrale Rolle. Das wissen auch globale Unternehmen, die landwirtschaftliche Produkte kaufen. Deshalb investieren sie zunehmend in Maßnahmen zum Klimaschutz und Klimarisikomanagement, um so eine sichere Beschaffung von Agrarrohstoffen zu gewährleisten.

Landwirtschaftliche Lieferketten sichern die Lebensgrundlage für Hunderte Millionen Kleinbäuerinnen und -bauern und ihre Familien. Deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen den Akteursgruppen entlang der Lieferkette vom Regal bis zum Feld wichtig, um die internationalen Entwicklungsziele zu erreichen. 

Auf globaler Ebene haben Sich die Vertragsstaaten der UN Framework Convention on Climate Change (UNFCCC) und dem Pariser Klimaabkommen (Paris Agreement) darauf geeinigt, die globale Erwärmung gegenüber dem vorindustriellen Niveau auf unter 2 Grad Celsius zu begrenzen und nach Möglichkeit 1,5 Grad nicht zu überschreiten, indem die Emissionen substanziell gesenkt werden und atmosphärischer Kohlenstoff gebunden wird (Mitigation). Zudem soll die Anpassungsfähigkeit (Adaptation) der betroffenen Länder an ein verändertes Klima verbessert werden und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber den nachteiligen Auswirkungen des Klimawandels erhöht werden. Diese Ziele sind auch Teil der Sustainable Development Goals (SDGs). Die Länder haben eigene Klimaziele (Nationally Determined Contribution, NDC) erarbeitet und konkrete Schritte zu ihrer Umsetzung entwickelt. Über die Fortschritte ihrer Bemühungen müssen die Staaten regelmäßig berichten. Auch Unternehmen stehen in der Verantwortung, grundlegende Menschen- und Umweltrechte zu schützen und eine sozial-ökologische Transformation globaler Lieferketten voranzutreiben.

Hier setzt die Initiative for Climate Smart Supply Chains (I4C) an und versucht, die Nachhaltigkeitsziele von Unternehmen mit den NDCs der Partnerländer zusammenzubringen. Im Rahmen der I4C-Projekte werden win-win-Situationen gefördert, in der Umwelt- und Klimaschutz, ein nachhaltiges und stabiles Angebot von Agrarrohstoffen und die Lebensgrundlagen von Kleinbäuerinnen und -bauern im Dreiklang verbessert werden.

Taining of trainer - Gruppe (© Fairfood)

Agroforstwirtschaft im indonesischen Pfefferanbau: Einführung einer resilienten Landwirtschaft

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Pfeffer dramatisch gesunken, für die Produzent*innen wird es immer schwieriger, ihren Lebensunterhalt mit Pfefferanbau zu erwirtschaften. Gleichzeitig bedroht der Anbau, der überwiegend in Monokulturen stattfindet, die Biodiversität in den betroffenen Gebieten – und die Gesundheit der Bäuerinnen und Bauern, die enorme Mengen Billigdünger und chemischer Pestizide einsetzen müssen, um ihre Ernten zu schützen. Doch es gibt Hoffnung für den Pfefferanbau. Im Projekttagebuch erzählen wir über das Projekt „aGROWforests“, das Lösungen erprobt, um dieses Gewürz auch in Zukunft noch ernten zu können.