INA in Westafrika - Höhere Einkommen für kleinbäuerliche Betriebe

Am Anfang von Agrarlieferketten steht meist ein kleinbäuerlicher Betrieb. Damit sich die Arbeit lohnt, muss dieser mindestens eine (Groß-)Familie gut ernähren können.  Das Projekt „Faire Einkommen in Baumkulturen in Westafrika“ möchte genau das sicherstellen.  INA, das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die REWE Group und Fairtrade arbeiten hierfür zusammen.

Welches Anbausystem ist das wirtschaftlich tragfähigste? Ist ein Mix aus Baumkulturen (z.B. Kakao und Cashew, Erdnuss und Mango) ertragreicher als alles auf eine Karte zu setzen? Welche Anbaupraktiken puffern Risiken ab? Was ändert sich durch den Klimawandel? Diese Fragen stehen in Zentrum des Projekts mit insgesamt zehn kleinbäuerlichen Kooperativen aus Ghana und der Côte d‘Ivoire, die Kakao oder Cashew anbauen.

 

Ziel ist die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Kooperativen. Ihre Mitglieder sollen durch ihre Arbeit so viel verdienen können, dass sie und ihre Familien dauerhaft gut davon leben können. Hierfür setzen die Projektpartner auf Farmer Business Schools und die Förderung guter landwirtschaftlicher Praxis. Das allein reicht allerdings nicht. Das Projekt setzt auch auf der Abnehmerseite an und ermöglicht für einen Teil der Betriebe höhere Preise.

Eine faire Schokolade macht es vor: Existenzsichernde Einkommen in einer Lieferkette

Ein Bestandteil des Baumkulturen-Projekts ist eine faire, rückverfolgbare Lieferkette: Kakaobäuerinnen und Kakaobauern der ghanaischen Kooperative Fanteakwa erhalten zusätzlich zu der Fairtrade-Prämie und dem -Mindestpreis einen monetären Aufschlag in Höhe des Fairtrade Living Income Reference Price Differentials. Dabei lässt sich der Weg des Kakaos von der Kooperative bis zur Tafelschokolade im Regal von REWE und PENNY verfolgen. Ab Herbst 2020 werden bei REWE und PENNY in Deutschland verschiedene Sorten der Fairtrade-Tafelschokolade verkauft. Auch in den internationalen Vertriebslinien der REWE Group soll die Schokolade sukzessive eingeführt werden.

Kooperativen stärken – Unabhängigkeit gewinnen

Der zweite Projektteil geht über die Kooperative Fanteakwa hinaus. Die Projektpartner erarbeiten mit insgesamt zehn Kakao- und Cashew-Kooperativen in Ghana und an der Côte d’Ivoire Wege in die wirtschaftliche Unabhängigkeit. Ziel ist, dass die Mitglieder der Kooperativen ein Einkommen erwirtschaften, dass nicht nur für ausreichend Essen, sondern auch für Bildung, Wohnen und Versicherung reicht. Gemeinsam mit dem ghanaischen Landwirtschaftsministerium werden Farmer-Business-Schulungen angeboten. Sie vermitteln das Handwerkszeug für einen Kulturmix, der sich den Klimaveränderungen anpasst, für ein gutes Risikomanagement und Qualitätsverbesserungen.

Projektpartner für faire Einkommen

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) startete das Projekt ,Faire Einkommen in Baumkulturen` im Herbst 2019 gemeinsam mit Fairtrade und der REWE Group. Partner vor Ort sind das Landwirtschaftsministerium in Ghana, das Cashew- und Baumwoll-Board an der Côte d’Ivoire sowie die Competitive Cashew Initiative (ComCashew). ComCashew wird von zahlreichen Unternehmen und Regierungen mitgetragen und ist in sechs afrikanischen Ländern vertreten. Wesentliche Rohstoffe des Projekts sind Baumfrüchte wie Kakao und Cashew.

Einfluss ausweiten: Die Lücke schließen

Je mehr Unternehmen sich beteiligen, desto mehr können wir den Sektor bewegen und umso eher lässt sich die Lücke zwischen dem jetzigen Einkommen und einem existenzsichernden Einkommen schließen. Das wiederum darf nicht auf Kosten der natürlichen Ressourcen geschehen. Wenn Ihre Organisation oder Ihr Unternehmen an Cashew, Kakao oder einer weiteren Baumfrucht aus Westafrika Interesse haben, freut sich die INA über weitere Mitstreitende. Das Projekt gewinnt durch Skalierung an Einfluss. Schreiben Sie uns gern.