Arbeitsgruppe des deutschen Einzelhandels zu existenzsichernden Löhnen und Einkommen

Bäuerinnen und Bauern in globalen Lieferketten sollen existenzsichernde Löhne und Einkommen erwirtschaften können. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich die „Arbeitsgruppe des deutschen Einzelhandels zu existenzsichernden Einkommen“ zusammengeschlossen. Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Selbstverpflichtung auf der Internationalen Grünen Woche 2020 haben sich die Vertreter*innen des deutschen Einzelhandels dazu verpflichtet, sich aktiv für die Entwicklung und Umsetzung verantwortungsvoller Geschäftspraktiken in ihren globalen Lieferketten einzusetzen.

 

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bezeichnete den Zusammenschluss als einen Meilenstein auf dem Weg zu gerechteren globalen Lieferketten. Er beglückwünschte die beteiligten Unternehmen  ALDI Nord, ALDI SÜD, REWE Group, Lidl, Kaufland, dm-drogerie markt und tegut auf der Internationalen Grünen Woche 2020 nach der Unterzeichnung:

 

„Sieben große deutsche Einzelhandelsunternehmen bekennen sich zu existenzsichernden Einkommen in ihren Lieferketten. Es ist gut, dass im Lebensmittelhandel Bewegung ist. Das hätte vor kurzem noch keiner für möglich gehalten. Das zeigt auch, dass der Druck der Konsumenten wirkt."

 

Der deutsche Einzelhandel möchte mit dem Zusammenschluss seine starke Hebelwirkung nutzen, um positiv auf produzierende und weiterverarbeitende Unternehmen innerhalb ihrer Lieferketten einzuwirken. Er kann somit dazu beitragen, dass sich Kleinbäuerinnen und -bauern sowie Arbeiterinnen und Arbeiter weltweit durch den Anbau von Agrarrohstoffen, wie z.B. Kaffee, Kakao, Baumwolle oder Banane einen angemessenen Lebensstandard erwirtschaften können.

 

Die Arbeitsgruppe hat für ihre Arbeit einen Handlungsrahmen definiert:

Anfang 2021, also ein Jahr nach der Unterzeichnung der gemeinsamen Erklärung berichtete die Gruppe in ihrem Fortschrittsbericht ausführlich über das bisherige Engagement und erste Erfolge.

 

Erstes Pilotprojekt: Existenzsichernde Löhne im Bananensektor

Um auf ihr Ziel der fairen Entlohnung entlang globaler Agrarlieferketten hinzuarbeiten, bahnt die Arbeitsgruppe derzeit ein erstes gemeinsames Pilotprojekt in Ecuador mit dem Fokus auf Banane an. Im Rahmen des Projektes sollen faire Arbeitsbedingungen und eine existenzsichernde Entlohnung für Arbeiterinnen und Arbeiter in der Bananenproduktion in Ecuador sichergestellt werden. In den kommenden Jahren soll das Projekt auf weitere Bezugsländer ausgeweitet werden.

 

4 strategische Ziele der Arbeitsgruppe im Rahmen des gemeinsamen Bananenprojekts in Ecuador

Im ersten Schritt stehen nun faire Beschaffungspraktiken des Handels im Vordergrund, um die Lohn- und Arbeitsbedingungen im Bananensektor positiv zu unterstützen und geeigneten Voraussetzungen für die Realisierung existenzsichernder Einkommen und Löhne zu schaffen. Alles Stakeholder entlang der Lieferkette sollen in diesen Prozess eingebunden werden. Parallel werden Monitoring Mechanismen entwickelt und genutzt, um Transparenz zu Lohn- und Arbeitsbedingungen entlang der Lieferkette zu schaffen.
Im weiteren Verlauf plant die Gruppe zudem Arbeitnehmervertretungen vor Ort zu stärken, um adäquate Rahmenbedingungen für eine langfristige Erreichung von existenzsichernden Einkommen und Löhnen aufzubauen.

 

Das Projekt soll in wenigen Jahren auf einen weiteren Rohstoff neben Bananen ausgeweitet werden. Die Erfahrungen und das Gelernte aus dem Projekt zu Bananen werden dafür von entscheidender Bedeutung sein.