Virtuelles Launch Event: Kaffeebarometer 2020

Coffee Collective

In einem Online-Event stellt das Coffee Collective seinen Bericht über das Kaffee-Jahr 2020 vor. Mit einem Fokus auf Transparenz in den Lieferketten großer Händler weltweit bilanziert das Barometer, welche Maßnahmen für faire und nachhaltige Arbeitsbedingungen in Anbauländern wirken und an welchen Stellen nachgeschärft werden muss. Das Barometer hat all diese und mehr Daten visuell ansprechend aufbereitet. Publiziert wird die Studie auf der Website des Projekts unter coffeebarometer.org.

 

Die Teilnahme ist für alle Interessierten

  • am kommenden Donnerstag, 14. Januar 2021
  • von 15:00 – 16:15 Uhr

unter diesem Link möglich. Um eine unverbindliche Voranmeldung wird gebeten.

 

Das Kaffeebarometer 2020: Vertrauen ist gut, Transparenz ist besser

Nur zehn Rösterei-Unternehmen kontrollieren über 35 Prozent des globalen Kaffeehandels. Bloß 10 Prozent der Wertschöpfung entlang der Lieferkette von Kaffee verbleibt in den Ursprungsländern und zehn bis zwanzig Millionen Hektar Wald könnten in Zukunft verloren gehen. Zu diesen Ergebnissen kommt das Kaffeebarometer 2020, das am 14.01. online veröffentlicht wird. 

 

Das Kaffeebarometer ist ein Bericht des sogenannten Coffee Collectives bestehend aus den NGOs Conservation InternationalHivosOxfam Belgien und Solidaridad. Finanziell unterstützt durch das BMZ, umgesetzt durch die Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und in Kooperation mit zahlreichen weiteren Organisationen analysieren Sie in der Studie die aktuellen Entwicklungen im globalen Kaffeesektor. Das Barometer illustriert die großen Hürden der Branche auf dem Weg zu ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeit. Es zieht auf Grundlage der eigenen Recherche jedoch auch Schlüsse aus bereits unternommenen Versuchen, diese Hürden zu meistern. 

 

Dabei zeigt das Barometer auch einige Obskuritäten der global gehandelten Bohne auf. So wird über die Hälfte des globale n Kaffeeexportes in der Schweiz von Mitgliedern der Swiss Coffee Trade Association (SCTA) abgewickelt. Dass dabei kaum eine Bohne wirklich in der Schweiz landet, ist bezeichnend für den Kaffee-Sektor. Die Mitglieder der SCTA handeln hauptsächlich in Futures, die sie dann gewinnbringend an andere Zulieferer weiterverkaufen. Von diesem Gewinn sehen die Kaffeebäuerinnen und -bauern, die aktuell unter einer Tiefstpreisphase leiden, nichts. 

 

Das Barometer dokumentiert auch, wie COVID-19 Akteure die Wertschöpfungskette ganz unterschiedlich beeinflusst hat. Während sich durch verstärktes Home-Office insbesondere In-Home-Produkte wie Kaffee-Kapseln starker Nachfrage erfreuten, hatte die Pandemie gerade in Ursprungsländern dramatische Effekte. 

 

Ein Schwerpunkt des Barometers ist auch die Effektivität freiwilliger Nachhaltigkeitsstandards wie Fairtrade, über die sich Kaffee-Produzenten zertifizieren können. Allerdings verhindern hier insbesondere bei den markeneigenen Nachhaltigkeitsprogrammen mangelnde Transparenz, vage Standard-Formulierungen sowie insbesondere mangelnde Verbraucher*innen-Nachfrage nach zertifizierten Produkten weitreichende Verbesserungen gerade an den Anfängen der Lieferkette.